Fortbildungsplan der Regenbogenschule Dessau Rückblick 2025/2026 und Ausblick auf das Schuljahr 2026/2027
Die Fortbildungsarbeit an der Regenbogenschule Dessau wurde im Schuljahr 2025/2026 bedarfsorientiert, praxisnah und im Sinne einer professionellen Lerngemeinschaft gestaltet. Ziel war es, die pädagogische Arbeit kontinuierlich weiterzuentwickeln, die Handlungssicherheit der Mitarbeitenden zu stärken und die Zusammenarbeit im Schulalltag zu fördern.
Die Fortbildungsplanung umfasste schulinterne und systembezogene Fortbildungen, individuelle Weiterbildungen, kollegiale Beratung, den fachlichen Austausch, Supervision und Coaching sowie Angebote über den Eltis-Katalog und die Digitalassistenz. Die individuellen Fortbildungsaktivitäten wurden in digitalen Fortbildungsplänen dokumentiert. Inhalte aus extern besuchten Veranstaltungen wurden regelmäßig im Kollegium weitergegeben und für die schulische Arbeit nutzbar gemacht.
Schwerpunkte im Schuljahr 2025/2026
Schutzkonzept und Prävention
Die Weiterarbeit am schulischen Schutzkonzept bildete einen wichtigen Schwerpunkt. Das Kollegium setzte sich mit den bisherigen Inhalten, Zuständigkeiten und Handlungsabläufen auseinander. Dabei wurde insbesondere geprüft, ob das Schutzkonzept in konkreten Situationen handlungsleitend und für die Schulform geeignet ist.
Ergänzend wurden Inhalte zur Prävention sexualisierter Gewalt und zur pädagogischen Unterstützung von Schülerinnen und Schülern bearbeitet. Die Ergebnisse der gemeinsamen Beratung flossen in die weitere Überarbeitung und Konkretisierung des Schutzkonzeptes ein.
Krisenmanagement und psychische Gesundheit
Zur Stärkung der Handlungssicherheit in Krisensituationen beschäftigten sich Kolleginnen und Kollegen unter anderem mit folgenden Themen:
• psychische Erkrankungen und traumatisierende Ereignisse,
• Suizidalität,
• Tod und Trauer,
• Bedrohungslagen,
• sexualisierte Gewalt und Schutzkonzepte,
• Stressbewältigung und Resilienz.
Darüber hinaus nahm ein Teil des Kollegiums an einer Fortbildung zur psychischen Ersten Hilfe nach traumatisierenden Ereignissen teil. Im Mittelpunkt standen das Erkennen möglicher Traumafolgen sowie pädagogische Möglichkeiten, betroffene Kinder und Jugendliche durch Sicherheit, Verlässlichkeit, klare Strukturen und Mitbestimmung zu unterstützen.
Ein fachlicher Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern des SPZ ermöglichte es, aktuelle schulische Anliegen zu besprechen und die Zusammenarbeit zwischen Schule und Fachdiensten weiter zu stärken. Auch die Auffrischung der Erste-Hilfe-Kenntnisse durch das DRK trug zur Handlungssicherheit im Schulalltag bei.
Autismus und herausforderndes Verhalten
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Arbeit mit Schülerinnen und Schülern aus dem Autismus-Spektrum sowie auf dem Umgang mit herausforderndem Verhalten. In mehreren schulinternen Workshops wurden unter anderem folgende Themen behandelt:
• Wahrnehmungsbesonderheiten,
• Auswirkungen auf Verhalten und Lernen,
• pädagogischer Umgang mit herausfordernden Situationen,
• Visualisierungshilfen,
• konkrete Handlungsmöglichkeiten für den Unterrichtsalltag.
Die Veranstaltungen richteten sich insbesondere an neue Kolleginnen und Kollegen, pädagogische Mitarbeitende sowie Schulbegleiterinnen und Schulbegleiter. Als besonders hilfreich wurden die praxisnahen Beispiele, die Fallbesprechungen und die direkt einsetzbaren Materialien eingeschätzt.
Unterrichtsentwicklung und fachlicher Austausch
Die Unterrichtsentwicklung wurde durch kollegiale Beratung in Klassenteams, Klassenstufen und Fachkonferenzen unterstützt. Eine Fachkonferenz der Grundstufe befasste sich mit Lese- und Schreibkonzepten. Dabei wurden Materialien und Einsatzmöglichkeiten eines Lese- und Schreiblernwerks vorgestellt und im Hinblick auf die Arbeit in der Grundstufe diskutiert.
Darüber hinaus fand ein Austausch zur Unterstützten Kommunikation statt. Im Rahmen einer Hospitation wurden Schülerinnen und Schüler im Hinblick auf mögliche Unterstützungsbedarfe, insbesondere beim Einsatz eines Talkers, betrachtet. Die Zusammenarbeit mit der Beratungslehrkraft und dem SPZ soll künftig fortgeführt werden.
Digitale Medien und Assistenzsysteme
In Zusammenarbeit mit der Digitalassistenz fanden mehrere schulinterne Fortbildungen statt. Themen waren unter anderem:
• Worksheet Crafter,
• Anton-App,
• digitale Tafelsysteme,
• Canva,
• Leseo,
• digitale Assistenzsysteme unter Windows und iOS.
Die Fortbildungen waren anwendungsorientiert aufgebaut und ermöglichten es den Teilnehmenden, die Programme unmittelbar zu erproben. Im Mittelpunkt standen die Entwicklung digitaler Kompetenzen, die Gestaltung differenzierter Lernmaterialien und die Unterstützung inklusiver Lernprozesse.
Auch externe Fortbildungen zu digitaler Inklusion, Datenschutz beim Einsatz von KI, digitalen Tafeln, Leseförderung und Assistenzsystemen wurden im Kollegium ausgewertet. Für zukünftige Veranstaltungen wurde angeregt, noch mehr Zeit für Austausch, Fragen und praktische Erprobung einzuplanen.
Supervision, Coaching und kollegiale Zusammenarbeit
Supervision und Coaching boten den Mitarbeitenden Raum, berufliche Situationen zu reflektieren, Belastungen zu bearbeiten und eigene Handlungsmöglichkeiten weiterzuentwickeln. Die Angebote wurden von den Teilnehmenden als wertvoll und unterstützend beschrieben.
Im kollegialen Austausch standen insbesondere herausfordernde Situationen im Schulalltag, berufliche Veränderungsprozesse und Möglichkeiten gegenseitiger Unterstützung im Mittelpunkt. Die Angebote von Supervision und Coaching sollen im kommenden Schuljahr fortgeführt und organisatorisch weiterentwickelt werden.
Präventionstag und Teambildung
Im Rahmen des Präventionstages am 15. Juni 2026 fanden verschiedene gemeinsame Aktivitäten zur Förderung des kollegialen Miteinanders statt. Bei einem Stadtrundgang durch Dessau mit Besteigung des Turms der Marienkirche sowie bei einer Radtour standen Begegnung, Austausch und gemeinsames Erleben im Vordergrund. Der abschließende gemeinsame Besuch im Café Hilde bot Gelegenheit, Kontakte zu vertiefen und den Teamgeist zu stärken.
Der Präventionstag wurde von der Mehrheit der Teilnehmenden positiv bewertet und ergänzte die schulischen Maßnahmen zur Förderung einer unterstützenden und wertschätzenden Zusammenarbeit.
Ausblick auf das Schuljahr 2026/2027
Im kommenden Schuljahr sollen bewährte Fortbildungsangebote fortgeführt und neue Entwicklungsschwerpunkte aufgenommen werden. Geplant sind unter anderem:
• die Weiterarbeit am Schutzkonzept,
• die Fortführung der Fortbildungsreihe zum Krisenmanagement,
• die Auseinandersetzung mit Demokratie und Vielfalt,
• die Fortsetzung von Supervision, Coaching und kollegialer Beratung,
• der Ausbau digitaler Kompetenzen und der digitalen Inklusion,
• aufbauende Fortbildungen zu Worksheet Crafter und Canva,
• eine Einführung in Deutschfuchs,
• eine Folgeveranstaltung zu digitalen Assistenzsystemen,
• die Weiterentwicklung des Einsatzes von Leseo und weiteren digitalen Lernangeboten,
• die Fortführung der Workshops zu Autismus und herausforderndem Verhalten.
Fazit
Die Fortbildungsarbeit im Schuljahr 2025/2026 war vielfältig, praxisnah und eng an den Bedürfnissen der Schule ausgerichtet. Die Schwerpunkte lagen in den Bereichen Schutz und Prävention, Krisenmanagement, psychische Gesundheit, Autismus, herausforderndes Verhalten, Unterrichtsentwicklung, Digitalisierung sowie kollegiale Zusammenarbeit.
Besonders gewinnbringend waren Angebote, die konkrete Handlungsmöglichkeiten vermittelten, praktische Übungen ermöglichten und den fachlichen Austausch unterstützten. Die Fortbildungsplanung bleibt auch im Schuljahr 2026/2027 ein wesentlicher Bestandteil der Schulentwicklung. Sie trägt dazu bei, die pädagogische Qualität weiterzuentwickeln, die Mitarbeitenden zu stärken und eine professionelle, wertschätzende und unterstützende Schulgemeinschaft zu gestalten.
B. Wolff

